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Bibi- HanumIn unmittelbarer Nähe des Basars – in Zentrum Samarkands, wegen ihrer Größe nicht zu übersehen - steht die Bibi-Xanom-Moschee. Nach seinem erfolgreichen Feldzug nach Indien wollte Timur - wohl vor allem um seine unbegrenzten technischen und finanziellen Möglichkeiten zu demonstrieren - die damals großartigste Moschee der östlichen Welt bauen lassen. Er verpflichtete die berühmtesten Handwerker und Baumeister und brachte Elefanten aus Indien als Lastenträger in seine Hauptstadt. Er wollte eine große Freitagsmoschee bauen, die eine irdische Nachbildung des Paradieses werden sollte. Die Glaubigen sollten in ihr, von überweltlicher Schönheit umgehen, sich einzig und allein dem Gebet hingeben können. Im Mai 1399, zu einer von Astrologen errechneten Stunde, wurde der Grundstein gelegt. Timur selbst beaufsichtigte den Bau der Moschee, und als ihm eines Tages das Portal, das zwar dem Gipfel der Sphären gleichkam im Verhältnis zum Kuppelbau über dein Gebetssaal zu niedrig erschien, ließ er es abreißen und neu errichten. Im Chef der Finanzverwaltung fand Timur den Schuldigen und ließ ihn mit dem Leben büßen. Die überdurchschnittlichen Ausmaße der Moschee (errichtet innerhalb von fünf Jahren 1399 bis 1404) waren zu groß für die üblichen Baumaterialien und architektonischen Fähigkeiten der damaligen Meister. Zudem war der Bau überhastet durchgeführt worden, so daß es fast zwangsläufig zu statischen Problemen kam, auch war die Erdbebensicherheit nicht gewährleistet. Allerdings ist die Schnelligkeit, mit der Timur sein Projekt vorantrieb, für den islamischen Orient mit seiner politischen Instabilität nicht ungewöhnlich. Obwohl das Mauerwerk der Wände verstärkt wurde, begannen schon - so berichten Zeitzeugen - kurz nach Fertigstellung der Moschee Stuck und Steine aus der immerhin 43 Meter hohen Innenkuppel herabzufallen. Auch die Säulenkolonnade der Kuppel war nicht sehr stabil, die Minarette und Portale stürzten nach und nach ein. Bisweilen lösten sich Steine aus dem Mauerwerk und den Wänden und stürzten auf die Betenden herab, einmal sollen es so viele große Steine gewesen sein, daß die Menschen vor Furcht die Moschee verließen und der Vorbeter allein zurückblieb. Neben den schon erwähnten Mängeln trugen auch die häufig vorkommenden Hrd-beben zum Zerfall der Moschee bei. Timurs Hauptmoschee war eines der grüßten Bauwerke dieser Art. Der Innenhof ist 540 Quadratmeter groß und das Hauptportal 40 Meter hoch. Die architektonische Anlage dieser Moschee zeigt die typische Bauweise einer mittelasiatischen Moschee: ein großer Hof, der von nach innen geöffneten Galerien umgeben wird; auf einer Achse liegen das Eingangsportal und Hauptgebäude. Ursprünglich hatte die Moschee vier große Minarette und vier kleinere, achteckige Türme auf den Eingangsportalen. Das Hauptgebäude ist außen mit Backsteinmustern - Girikhs und sehr große Kufi-Schrift - oder mit Mosaiken und Majoliken verkleidet. Der Innenraum des Hauptgebäudes, der leider nicht zugänglich ist, ist mit gold-blauea Ornamenten auf weißem Grund geschmückt. Erdstöße haben die Moschee zusammen mit Plünderungen zu einem Ziegelbruchhaufen gemacht, seit 1974 wird sie intensiv restauriert. Timur baute die Moschee zu Ehren seiner Lieblingsfrau Bibi Xanom (deutsch: alte Königin). Sie war Timurs erste und älteste Frau und in politischen Fragen seine Vertraute. Sie hieß eigentlich Sarai-Mulk-Xanom, als die Moschee gebaut wurde, war sie jedoch schon älter und bekam deswegen den Titel Bibi. Bibi Xanom war eine wunderschöne Frau - so erzählt die Legende -, die nicht nur von ihrem Mann Timur geliebt wurde. Auch ein junger Baumeister, der von Timur mit einem Großprojekt beauftragt worden war, hatte sich in sie verliebt. Als Timur von einem Feldzug auf dem Weg nach Hause war, das Projekt aber noch nicht vollendet, drängte Bibi Xanom auf die schnelle Fertigstellung. Der junge Baumeister willigte ein, das Gebäude über Nacht fertigzustellen, wenn er Bibi Xanom küssen dürfe. Nach langem Zögern willigte sie ein. Als Timur kam, sah er, was mit seiner Frau geschehen war. Der Baumeister floh, Bibi Xanom aber sollte von einem der Minarette in den Tod gestürzt werden. Sie bat darum, alle ihre Seidenkleider anziehen zu dürfen, was ihr auch gewährt wurde. Damit war sie gerettet und die Fallschirmseide erfunden. Eine andere Variante der Legende - mit tragischem Ausgang - ist im Samarkander Opern- und Ballettheater fast täglich zu sehen. Gegenüber der Moschee befindet sich das ebenfalls mit einer blauen Kuppel überdachte, jedoch wesentlich kleinere Mausoleum Bibi Xanom. Nach detti Besuch der Moschee kann man wunderbar über den Basar bummeln, Gewürze, schon geknackte Walnüsse, getrocknete Früchte oder was sonst das Herz begehrt kaufen. Nur auf seine Taschen sollte man aufpassen.
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